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Haben Sie schon einmal einen stechenden Schmerz verspürt, als Sie in ein kaltes Eis gebissen oder heißen Kaffee getrunken haben? Wenn ja, gehören Sie zu den Millionen Menschen, die unter schmerzempfindlichen Zähnen leiden – auch Dentinhypersensibilität genannt. Die gute Nachricht: Spezielle Zahnpasten mit dem Wirkstoff Kaliumnitrat können helfen. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, wie Kaliumnitrat genau wirkt und warum es von Zahnärzten so häufig empfohlen wird.
Was ist Dentinhypersensibilität?
Dentinhypersensibilität entsteht, wenn das schützende Zahnfleisch zurückgeht oder der Zahnschmelz abgetragen wird. Dadurch liegen die feinen Dentinkanälchen frei, die zum Zahnnerv führen. Reize wie Kälte, Wärme, Süßes oder Säure können dann direkt auf den Nerv treffen und einen kurzen, heftigen Schmerz auslösen.
Wie wirkt Kaliumnitrat?
Kaliumnitrat ist ein Wirkstoff, der seit Jahrzehnten in Zahnpasten gegen Schmerzempfindlichkeit eingesetzt wird. „Kaliumnitrat schützt effektiv vor Schmerzempfindlichkeit, indem es über freiliegende Dentinkanälchen bis zum Zahnnerv vordringt und ihn desensibilisiert“, erklärt Dr. med. dent. Anna Müller, Zahnärztin aus Berlin. Die Kaliumionen sammeln sich an den Nervenenden und verschieben die Schwelle, ab der der Nerv ein Schmerzsignal aussendet. Der Nerv wird sozusagen „ruhiggestellt“. Bei regelmäßiger Anwendung (zweimal täglich) baut sich ein Schutz auf, der die Desensibilisierung unterstützt.
Klinische Belege für die Wirksamkeit
Die Wirksamkeit von Zahnpasten mit 5% Kaliumnitrat ist klinisch bestätigt. In einer randomisierten, kontrollierten und verblindeten Studie wurde die Schmerzreduktion mit dem sogenannten Schiff-Score gemessen. Dabei wird ein kalter Luftstrom auf den freiliegenden Zahnhals gerichtet und die Schmerzreaktion auf einer Skala von 0 (kein Schmerz) bis 3 (stärkster Schmerz) bewertet. Nach acht Wochen zweimal täglicher Anwendung zeigte die Kaliumnitrat-Zahnpasta eine signifikant stärkere Reduktion der Schmerzempfindlichkeit im Vergleich zu einer Standard-Zahnpasta.
Was Sie beachten sollten
Kaliumnitrat ist kein sofortiger Schmerzstiller. Die regelmäßige Anwendung über mehrere Wochen ist entscheidend, um den Nerv zu desensibilisieren. Sensodyne-Zahnpasten enthalten 5% Kaliumnitrat und sind die Nr. 1 Zahnarzt-Empfehlung bei schmerzempfindlichen Zähnen (laut einer Studie aus 2024 mit 300 Zahnärzten in Deutschland). Fragen Sie auch Ihren Zahnarzt, ob eine Kaliumnitrat-Zahnpasta für Sie geeignet ist.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert es, bis Kaliumnitrat wirkt?
In der Regel zeigt sich nach etwa zwei bis vier Wochen regelmäßiger Anwendung eine spürbare Besserung. Die volle Wirkung kann bis zu acht Wochen dauern.
Kann ich Kaliumnitrat-Zahnpasta dauerhaft verwenden?
Ja, die Zahnpasten sind für die tägliche Anwendung geeignet. Allerdings sollten Sie die Ursache der Freiliegung (z.B. Zahnfleischrückgang) mit Ihrem Zahnarzt abklären.
Ist Kaliumnitrat sicher?
Ja, in der Konzentration von 5% ist Kaliumnitrat in Zahnpasten sicher und gut verträglich. Es wird seit Jahrzehnten verwendet.
Hilft Kaliumnitrat auch bei anderen Zahnschmerzen?
Nein, es wirkt spezifisch bei schmerzempfindlichen Zähnen durch freiliegendes Dentin. Bei anderen Schmerzursachen (z.B. Karies) sollten Sie einen Zahnarzt aufsuchen.
Quellen
- Peacock JM, Orchardson R. J Dent Res 1995; 74:634–641.
- Orchardson R. 2000. Strategy for the management of dentinal hypersensitivity. In: Addy M, Embery G, Edgar M, Orchardson R (ed). Tooth Wear and Sensitivity. London: Martin Dunitz, pp.315-325.
- Jeandot J et al. Clinic (French) 2007; 28:379–384.
- Nagata T et al. J Clin Periodontol 1994; 21:217–221.
- Parkinson C et al. J Dent 2017; 56: 39-44.
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Quellen
- Peacock JM, Orchardson R. J Dent Res 1995; 74:634–641. (Peacock JM, Orchardson R, 1995)
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- Jeandot J et al. Clinic (French) 2007; 28:379–384. (Jeandot J et al., 2007)
- Nagata T et al. J Clin Periodontol 1994; 21:217–221. (Nagata T et al., 1994)
- Parkinson C et al. J Dent 2017; 56: 39-44. (Parkinson C et al., 2017)
